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Milchsäureinfektion

Das Bier vom 12. August ist leider sauer geworden. Als ich es in die Flaschen abfüllen wollte, hatte ich kein Desinfektionsmittel zum Flaschenreinigen mehr. Also musste ich dieses Bestellen. Als die Bestellung dann eintraf, hatte sich ein weisser Belag auf dem Bier gebildet und eine Geschmackprobe bestätigte: Das Bier ist sauer! Und unter dem Mikroskop konnte man schön die Kolonie der Milchsäurebakterien beobachten.

Den Gäreimer muss ich nun vor dem nächsten Einsatz sauer reinigen, um sicher alle verbliebenen Milchsäurebakterien loszuwerden. Ein Recherche im Internet ergab, das Milchsäurebakterien allein durch eine alkalische Reinigung nicht sicher entfern werden können. 

Nun bin ich gespannt, ob das nächste Bier etwas wird. Geplant ist wieder mal ein IPA und ein Weizenbier.


Heute braue ich mal wieder ein leckeres Bierchen

Nach längerer Abstinenz vom Bierbrauen ist heute bei mir mal wieder "Brau-Tag" angesagt. Gebraut werden soll ein einfaches Landbier. Ich hatte noch ein entsprechendes Malzkit im Keller liegen. Das musste nun langsam verwertet werden, bevor die Qualität der Zutaten zu arg leidet.

Zum Überwachen des Maischeprozesses verwende ich einen Arduino mit LCD-Display und einem selbstgebauten DS1821 Thermometer. Das Arduino-Programm miss kontinuierlich die Temperatur und lässt einen Timer mitlaufen. Das ist manuelles Maischen eine gute Hilfe. So sehe ich, wie lange die Maische schon auf einer bestimmten Temperatur gehalten ist. Die Temperaturregelung selber steuere ich durch Ein- und Ausschalten eines Einkochautomaten. Den Sketch für den Arduino habe ich auf dieser Website abgelegt: thermometer.ino (3,1KB).

Unglücklicherweise habe ich einen Schritt beim Maischen vergessen. Das vorgesehene Schema war

  1. bei 50 °C Rast von 15 Minuten
  2. bei 65 °C Rast von 20 Minuten
  3. bei 74 °C Rast von 30 Minuten
Danach abmaischen bei 78°C. Trotzdem habe ich weitergemacht und bin nun gespannt auf das Resultat. 19 Liter Würze von mit einem Anfangsgehalt von 1060 Plato werden nun vergoren. Ob die Hefe angekommen ist, werde ich morgen früh wissen.


Brauprotokoll 29. Dezember 2015 - Weizenbier

Seit langer Zeit ist heute bei mir mal wieder Bierbrauen angesagt. Auf Wunsch meiner Frau werden es etwa 20 Liter Weizenbier mit einem ordentlichen Bananenaroma. Als Schüttung verwende ich hierzu 2.3 kg Weizenmalz und 2 kg Pilsener Malz, die in 15 Liter auf 45°C warmem Wasser eingemaischt werden. Dadurch sinkt die Temperatur der Maische etwas und ich kann folgende Rasten fahren:

  1. Rast bei 43 °C für 15 Minuten
  2. Rast bei 62 °C für 30 Minuten
  3. Rast bei 71 °C für 30 Minuten
  4. Abmaischen bei 78 °C

Nach dem Abläutern erfolgt dann der Nachguss mit 15 Litern auf 78 °C temperiertem Wasser, so dass es mit ungefähr 25 Liter Würze zum Hopfenkochen gehen kann. Mal schauen, was ich noch an Hopfen da habe. Ich werde wohl Tettnanger oder Saazer nehmen - 25g bei ca. 3.8% Alphasäuregehalt. Zur Vergärung kommt dann später Wyeast 3068 Weihenstephan zum Einsatz.

8:22 Uhr: Leider hat sich mein alter Laptop heute morgen verabschiedet. Den hatte ich zum Steuern des Maischeprozesses eingesetzt. Nun muss ich umdisponieren und bereite einen Ersatzrechner vor.

8:47 Uhr: Der Ersatzlaptop ist mit einem Backup der Brausteuerung versehen und das Programm angepasst - nur das Loggen der Temperatur in einer Datenbank musste entfernt werden Mit knapp zwei Stunden Verspätung geht es endlich los :-)

9:44 Uhr: Es ist fertig eingemaischt und leider habe ich einen Fehler in den Parametern für das Maischeprogramm entdeckt: Die erste Rast ist auf 45 °C anstatt auf 43 °C gestellt. Jetzt keine Korrektur des Programmes mehr möglich. Ich hoffe, dass das Bananenaroma trotzdem gut kommt. Ich habe eine gute Stunde Pause und Zeit, mit unserem Hund Gassi zu gehen.

10:02 Uhr:  Leider gibt es schon die nächste Panne - meine Brausteuerung ist abgestürzt. Das Maische-Programm muss nun per Hand gefahren werden und der Hund muss sich für heute Vormittag wohl mit dem kurzen Spaziergang von heute früh begnügen.

10:18 Uhr: Die Temperatur von 62 °C für die zweite Rast ist erreicht - Zeit für eine kurze Kaffeepause und zum Lesen der Post.

10:48 Uhr: Solltemperatur auf 71 °C gesetzt. Nun ist mal wieder warten angesagt, bis die Temperatur erreicht ist. Wenigstens funktioniert mein Rührwerk und die manuelle Temperaturregelung.

11:00 Uhr: So, Temperatur erreicht und eine gute Gelegenheit, um eine kleine Runde mit dem Hund Gassi zu gehen.

11:30 Uhr: Das war es dann schon fast mit dem Maischen, jetzt noch auf 78 °C heizen lassen und dann ist der Sud bereit zum Abmaischen. Mittlerweile hat sich die nächste Panne eingestellt: Mein Wyeast Pack ist verdorben - hat sich irgendwann wohl mal selbst aktiviert. Jetzt aber schnell ins Nachbardorf und neue Hefe besorgen.

12:10 Uhr: Der Sud ist abgemaischt und in Läuterruhe, das Wasser für den Nachguss fast auf Temperatur und die Hefe habe ich beim Brauaustatter im Nachbardorf noch vor der Mittagspause bekommen :-) In einer Viertelstunde geht es weiter mit dem Läutern.

13:00 Uhr: Das Läutern klappt prima. Heute habe ich zum ersten Mal einen Glühweinwärmer zum Temperieren des Nachgusses auf 78 °C im Einsatz. Wahrscheinlich kann ich in einer halben Stunde mit dem Hopfenkochen beginnen.

13:15 Uhr: Das Läutern ging viel schneller als gedacht - die Würze ist nun bereit zum Hopfenkochen.

13:45 Uhr: Nachdem die Würze kocht, hatte ich den Würzebruch abgeschöpft und 25g Saazer Hopfen dazu gegeben. Jetzt ist für 75 Minuten Mittagspause :-) 

15:00 Uhr: Es heisst, Hopfenkochen beenden, aufräumen, Durchflusskühler parat machen und alles richten für den Whirlpool. Die Hefe lies sich einwandfrei aktivieren und ist mittlerweile bereit für den Einsatz. Nachdem alles gerichtet ist, wird der Sud mit einem grossen Brau-Löffel mit kreisenden Bewegungen beschleunigt, so dass ein Whirlpool entsteht.

16:00 Uhr: Fertig - jetzt ist die Hefe an der Reihe, die Stammwürze liegt bei 15° Plato. Nun heisst es darauf warten, dass die Hefe ankommt.