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Brauprotokoll Januar 2016 - Weizenbier abgefüllt

Am 03. Januar war die Hauptgärung des Weizenbiers abgeschlossen und ca. 16 Liter Jungbier bereit zur Abfüllung. Die Ausschlagwürze hatte einen recht hohen Extraktgehalt von 15° Plato. So beschloss ich, etwas mehr Wasser als üblich für Speise zur Flaschengärung zu verwenden und löste  130g Haushaltszucker in 2 Liter kochendem Wasser auf. Nach dem Abkühlen wurde die Speise in einen leeren Gäreimer gegeben und anschliessend das Jungbier umgeschlaucht.

Mit einer Stahlbürste und OxyPro wurden die Flaschen gereinigt und desinfiziert. Das Vorbereiten der Flaschen ist übrigens der Schritt, welcher mir beim Bierbrauen am wenigsten gefällt. Nach dem Abfüllen landeten die Flaschen wieder im beheizten Treppenaufgang.

Zu Kontrolle des Druckaufbaus während der Flaschengärung verwende ich ein selbstgebautes Flaschenmanometer. Wenn ich nächsten Wochenende von meiner Dienstreise zurück bin, wird die Gärung beendet sein und das Bier muss dann noch einige Zeit im Kühlschrank kaltreifen. 

Brauprotokoll 29. Dezember 2015 - Weizenbier

Seit langer Zeit ist heute bei mir mal wieder Bierbrauen angesagt. Auf Wunsch meiner Frau werden es etwa 20 Liter Weizenbier mit einem ordentlichen Bananenaroma. Als Schüttung verwende ich hierzu 2.3 kg Weizenmalz und 2 kg Pilsener Malz, die in 15 Liter auf 45°C warmem Wasser eingemaischt werden. Dadurch sinkt die Temperatur der Maische etwas und ich kann folgende Rasten fahren:

  1. Rast bei 43 °C für 15 Minuten
  2. Rast bei 62 °C für 30 Minuten
  3. Rast bei 71 °C für 30 Minuten
  4. Abmaischen bei 78 °C

Nach dem Abläutern erfolgt dann der Nachguss mit 15 Litern auf 78 °C temperiertem Wasser, so dass es mit ungefähr 25 Liter Würze zum Hopfenkochen gehen kann. Mal schauen, was ich noch an Hopfen da habe. Ich werde wohl Tettnanger oder Saazer nehmen - 25g bei ca. 3.8% Alphasäuregehalt. Zur Vergärung kommt dann später Wyeast 3068 Weihenstephan zum Einsatz.

8:22 Uhr: Leider hat sich mein alter Laptop heute morgen verabschiedet. Den hatte ich zum Steuern des Maischeprozesses eingesetzt. Nun muss ich umdisponieren und bereite einen Ersatzrechner vor.

8:47 Uhr: Der Ersatzlaptop ist mit einem Backup der Brausteuerung versehen und das Programm angepasst - nur das Loggen der Temperatur in einer Datenbank musste entfernt werden Mit knapp zwei Stunden Verspätung geht es endlich los :-)

9:44 Uhr: Es ist fertig eingemaischt und leider habe ich einen Fehler in den Parametern für das Maischeprogramm entdeckt: Die erste Rast ist auf 45 °C anstatt auf 43 °C gestellt. Jetzt keine Korrektur des Programmes mehr möglich. Ich hoffe, dass das Bananenaroma trotzdem gut kommt. Ich habe eine gute Stunde Pause und Zeit, mit unserem Hund Gassi zu gehen.

10:02 Uhr:  Leider gibt es schon die nächste Panne - meine Brausteuerung ist abgestürzt. Das Maische-Programm muss nun per Hand gefahren werden und der Hund muss sich für heute Vormittag wohl mit dem kurzen Spaziergang von heute früh begnügen.

10:18 Uhr: Die Temperatur von 62 °C für die zweite Rast ist erreicht - Zeit für eine kurze Kaffeepause und zum Lesen der Post.

10:48 Uhr: Solltemperatur auf 71 °C gesetzt. Nun ist mal wieder warten angesagt, bis die Temperatur erreicht ist. Wenigstens funktioniert mein Rührwerk und die manuelle Temperaturregelung.

11:00 Uhr: So, Temperatur erreicht und eine gute Gelegenheit, um eine kleine Runde mit dem Hund Gassi zu gehen.

11:30 Uhr: Das war es dann schon fast mit dem Maischen, jetzt noch auf 78 °C heizen lassen und dann ist der Sud bereit zum Abmaischen. Mittlerweile hat sich die nächste Panne eingestellt: Mein Wyeast Pack ist verdorben - hat sich irgendwann wohl mal selbst aktiviert. Jetzt aber schnell ins Nachbardorf und neue Hefe besorgen.

12:10 Uhr: Der Sud ist abgemaischt und in Läuterruhe, das Wasser für den Nachguss fast auf Temperatur und die Hefe habe ich beim Brauaustatter im Nachbardorf noch vor der Mittagspause bekommen :-) In einer Viertelstunde geht es weiter mit dem Läutern.

13:00 Uhr: Das Läutern klappt prima. Heute habe ich zum ersten Mal einen Glühweinwärmer zum Temperieren des Nachgusses auf 78 °C im Einsatz. Wahrscheinlich kann ich in einer halben Stunde mit dem Hopfenkochen beginnen.

13:15 Uhr: Das Läutern ging viel schneller als gedacht - die Würze ist nun bereit zum Hopfenkochen.

13:45 Uhr: Nachdem die Würze kocht, hatte ich den Würzebruch abgeschöpft und 25g Saazer Hopfen dazu gegeben. Jetzt ist für 75 Minuten Mittagspause :-) 

15:00 Uhr: Es heisst, Hopfenkochen beenden, aufräumen, Durchflusskühler parat machen und alles richten für den Whirlpool. Die Hefe lies sich einwandfrei aktivieren und ist mittlerweile bereit für den Einsatz. Nachdem alles gerichtet ist, wird der Sud mit einem grossen Brau-Löffel mit kreisenden Bewegungen beschleunigt, so dass ein Whirlpool entsteht.

16:00 Uhr: Fertig - jetzt ist die Hefe an der Reihe, die Stammwürze liegt bei 15° Plato. Nun heisst es darauf warten, dass die Hefe ankommt.


Brausteuerung mit Raspberry Pi2 und Windows 10

Nachdem ich eine Zeit lang ein altes Notebook und einen Arduino beim Brauen zur Temperaturregelung eingesetzt hatte, möchte ich nun eine neue Brausteuerung bauen. Diese soll unabhängig von einem PC oder Notebook sein und für das Erste folgende Features haben:

  • Unterstützung eines DS1821 bzw DS18B20 Temperatursensors
  • Ansteuerung eines 2000 Watt Einkochers
  • Selbstparametrisierender Regler für die Maischetemperatur
  • Maische-Programm mit mehrstufigem Temperaturverlauf
  • Kombirast bei konstanter Temperatur
  • Aufzeichnung des Temperaturverlaufes beim Maischen
  • Laden von Rezepten aus der Cloud

Sicher kommt später die eine oder andere Funktion noch dazu, aber damit wäre mit schon mal beim Brauen geholfen. Als Hardware setze ich einen Raspberry Pi 2 ein. Da die oben genannten Temperatursenroren über den sogenannten 1-Wire Bus angeschlossen werden müssen, was der Raspberry Pi diesen aber unter Windows 10 nicht direkt unterstützt, habe ich einen kleinen Adapter für die Sensoren entwickelt. Damit ist es möglich, die Temperatursensoren vom I2C Bus anzusteuern. Das funktioniert dann auch mit dem Raspberry Pi unter Windows 10. Der I2C-Bus Adapter basiert auf einem ATTiny45. Das Programm für den Adapter habe ich BASCOM AVR geschrieben. Der Sourcecode sowie eine HEX-File zum direkten Laden auf ATTiny45 ist auf Github zu finden:

Die eigentliche Steuerung  der Maischetemperaturen läuft auf dem Raspberry Pi. Derzeit ist ein einfacher Thermostat implementiert, damit kann bereits eine Kombirast, d.h. Maischen bei eine konstanten Temperatur, gefahren werden. An der Ablaufsteuerung für ein mehrstufiges Maischeprogramm arbeite ich derzeit. Das Programm für den Raspberry Pi ist eine sogenannte Universal App in C#.  Das Programm kann über eine Maus bedient werden:


Der Sourcecode sowie erste Mockups für das Userinterface sind ebenfalls auf Github veröffentlicht:

Die beiden zuletzt aufgeführten Punkte in der Feauture-Liste sind allerdings auch schon Funktionen, die ich zwar gerne implementieren möchte, vielleicht aber noch nicht in der ersten Version der Brausteuerung. Bierbrauen würde auch ohne diese Features funktionieren ;-)

Für eine Implementierung  von Features, welche die Cloud benutzen, würde ich dann Microsoft Azure verwenden wollen. Interessant dabei wäre eventuell auch die Open Technology ConnectTheDots.io von Microsoft.