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Bierbrauen

Zum Ende des Jahres 2010 infizierte mich mein Onkel mit dem Bierbrau-Virus. Er berichtete von seinen Heimbrauversuchen in der heimischen Küche und erklärte mir doch sehr detailliert den Brauablauf. Zunächst wurde mir vor lauter Fachbegriffen ganz wirr im Kopf, aber die Neugier war geweckt. Ausserdem meinte meine Frau, dass das doch ein prima Hobby wäre - von dem man auch im Nachhinein noch etwas hat ...

Bei den Weihnachtseinkäufen ergriff ich die Gelegenheit und erstand das Buch "Gutes Bier selbst brauen" von H. Hanghofer. Neben einer Einführung in Bierbrauen finden sich dort Rezepte aber auch jede Menge Hintergrundinformationen und Tabellen. Nach der Lektüre und einigen Recherchen im Internet stand für mich fest: "Das will ich auch!".

So besuchte ich kurz vor Weihnachten in unserem Nachbardorf Villmergen einen Händler für Bierbraubedarf "Bier von Dir" und erstand ein Einsteigerset mit Einkochkessel, Läuter- und Gär-Eimer sowie diversem Zubehör. Nun konnten die Feiertage kommen - alles war bereit. Doch halt - noch nicht ganz. Beim Ausprobieren des Einkochkessels entdeckte ich, dass dessen Temperaturregelung nicht so das Gelbe vom Ei ist. Die Temperaturkurve sah aus wie eine Wellenlinie mit Schwankungen von 10 Grad Celsius.

Also nutzte ich die Zeit nach Weihnachten erst einmal zum Reaktivieren meiner Regelungstechnik- und Mathematik-Kenntnisse. Erstaunlich was ich so vor zwanzig Jahren alles mal wusste! Nach einigem Grübeln gelang es mir dann nach und nach, das verlorengegangene Wissen aus meinen grauen Zellen wieder hervorzuholen und einen digitalen Temperaturregler mit dem gewünschten Verhalten zu programmieren. Immer getrieben von der Vorstellung andernfalls stundenlang neben dem Braukessel zu stehen und dauernd die Temperatur kontrollieren zu müssen. Am Neujahrstag 2011 habe ich dann endlich mein erstes Bier gebraut - ein echtes Neujahrsbier.


Equipment

Da das Bierbrauen nur ein Hobby von mir ist, verwende ich einfaches, teilweise selbst gebautes Equipment. Natürlich habe ich auch mit automatisierten, semiprofessionellen Brauanlagen wie dem Braumeister geliebäugelt. Aber die Investition war mir dann doch zu hoch. Soviel Bier kann ich gar nicht trinken, dass sich so eine Anlage rentieren würde.

Beim Maischen setze ich einen Einkochkessel ein. Damit ich nicht stundenlang das Thermometer beobachten und rühren muss, habe ich mir ein elektrisches Rührwerk gebaut. Den Temperaturverlauf steuert ein Arduino Mikrokontroller in Zusammenarbeit mit einem kleinen .NET Programm, welches auf einem alten Notebook läuft. Diese Steuerung wird demnächst von einem Raspberry Pi 2 abgelöst. Auf dem Raspberry Pi läuf Windows 10 und die Brausteuerung. Einen einfachen Thermostaten habe ich bereits mit diesem Setup am Laufen. Für ein IPA könnte damit schon eine Kombirast gefahren werden.

Zum Läutern hatte ich verschiedene Ansätze ausprobiert und bin dann letztendlich bei einem Läuterboden aus Edelstahl geblieben, der in einen Gäreimer eingesetzt wird. Die Flaschengärung wird mit einem Flaschenmanometer überwacht.